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Auszeichnung

Deutscher Natursteinpreis 2015

Mai 2015

Textauszug des Preisgerichtes

Das Besondere des Projekts liegt in der Verschmelzung von Bestand und Erweiterung zu einer homogenen Einheit, die aus der Architektur des Ursprungsbaus entwickelt wurde. Der städtebauliche Ansatz verfolgt mit Erfolg die Integration der großen Baumasse in die kleinteiligere Umgebung. Die Gliederung des Gesamtkomplexes und der entstehenden Außenräume reagiert auf die unterschiedlichen Anschlussbereiche der Umgebung. Das Haus wirkt wie eine Gruppe gleicher Häuser, die für sich mit ihren Nachbarn kommunizieren und dennoch ein großes Ganzes bilden.
Alt- und Neubauteile sind erst auf den zweiten Blick voneinander zu unterscheiden. Dazu trägt maßgeblich die einheitliche Materialität der Fassade aus Jura Kalkstein bei. Es hat Vorbildcharakter, dass der energetischen Sanierung des Altbaus nicht das Bild eines mit Naturstein umhüllten Baus zum Opfer gefallen ist. Das warme, freundliche Erscheinungsbild des Gebäudes unterstützt erheblich die harmonische Einfügung der großen Baumasse in den Stadtraum. Bei einheitlicher Materialität und Gliederung aller Fassaden erzeugt ihre subtile Varianz in der Nahsicht ein für ein Technisches Rathaus ungewohnt sinnliches Erscheinungsbild.
Die sorgfältige Detaillierung und der materialgerechte Einsatz des Natursteins an der Fassade machen das Bild eines harmonischen Ganzen möglich, das sich wohltuend von kontrastierenden Ansätzen bei vergleichbaren Bestandssanierungen und -erweiterungen abhebt. Der Bau steht als gelungenes Beispiel für eine Sanierung als Bauaufgabe der Zukunft und zeigt dabei auf selbstverständliche Weise, wie ein respektvolles Fortschreiben vorgefundener Architektur als erfolgversprechende und nachhaltige Lösungsstrategie dienen kann.