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Gewerbe

Bauhaus Fachcentrum, Berlin-Halensee

Berlin

Neubau eines Bauhaus Fachcentrums mit Stadtgarten und Drive-In in Halensee

Die Größe des gegebenen Programms, die riesigen Bauvolumina und der Standort auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in einer Verkehrsschneise, die wie ein Fluss die Innenstadt durchzieht, lassen das Bauhaus eher wie ein großer Industrie- bzw. Verkehrsbau, als ein Teil Charlottenburg-Wilmersdorfer Blockbebauung erscheinen.
Bei dem Entwurf des Bauhaus Fachcentrums in dieser sehr prominenten, innerstädtischen Lage am Kurfürstendamm ging es sowohl um die Aufwertung durch Nutzung, als auch um die Aufwertung des durch den Verkehr dominierten Stadtraums. 
Der Begriff des Stadtgartens – eigentlich der Marketingname für das Gartencenter am Kurfürstendamm – bot die Möglichkeit einer solchen Aufwertung. Der Stadtgarten ist als ein großer Wintergarten konzipiert, welcher der Verkaufshalle vorgeschaltet ist und die gesamte Front zum Kurfürstendamm einnimmt. Der Wintergarten ist ein überdimensionales „Schaufenster“, ein großzügiger Eingangsraum und eine attraktive Nutzfläche. Seine Wirkung entsteht durch Überlagerungen verschiedener Raumschichten: die äußere, großformatige Glasfassade mit ihren Spiegelungen, die unregelmäßig gestellten Betonstützen, die Pflanzen und das dahinterliegende große abstrahierte Bild eines Waldes auf der inneren Fassade.
Während die Fassade des Wintergartens direkt an den Kurfürstendamm grenzt und aus unmittelbarer Nähe als ein Teil des Straßenraums erlebt wird, werden die in der Verkehrsschneise auf der tieferen Ebene des ehemaligen Güterbahnhofs liegenden Fassaden überwiegend aus der Ferne wahrgenommen. Sie sind daher für den Blick aus der Distanz konzipiert und versuchen nicht nur auf die Nachbarbebauung, sondern auch auf die angrenzenden Verkehrsräume zu antworten. Sie folgen einer horizontalen Gliederung mit robustem Sockel, einer hochwertigen Verkleidung im mittleren Teil und einem leuchtenden Werbeband im oberen Bereich.
Die plastische Aluminiumverkleidung der Fassaden vereinheitlicht die Bauvolumina des Fachcentrums und Drive-Ins und strukturiert sie zugleich durch die Maßstäblichkeit der konvexen und konkaven Elemente. Die Fassade reflektiert das Licht und wechselt durch unterschiedlichen Lichteinfall Farbe und Erscheinungsbild.
Verfahrensart
Wettbewerb 1. Preis, 2009
Realisierung
Kosten
19.400.000,- EUR
BGF
22.000 m²
NF
18.720 m²
Leistungsphasen
2-8
Auszeichnungen
Deutschen Fassadenpreis für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) 2015, Anerkennung
Objektadresse

Kurfürstendamm 129a
10711 Berlin
Deutschland

Auftraggeber
Bauhaus AG
Nutzer
Bauhaus AG
Projektleitung
Ole Ritzke
Bauleitung
Astrid Kneib, Christoph Bröke
Mitarbeiter Wettbewerb

Tobias Kahl, Johannes Lott, Jonas Houba, Cornelia Hensmann-Fritzsche, Cornelia Walter, Dirk Zimmermann

Mitarbeiter Planung

Dirk Massute, Cornelia Hensmann-Fritzsche, Claus Neumann, Dirk Zimmermann, Joseph Kraffert

Fachplaner

Statik: Dipl.-Ing. Hans-Jochen Brandt, Berlin; Prüfer: Lunkenheimer + Schulte Beratende Ingenieure, Bad Kreuznach; TGA: Ingenieurbüro Kleinberger, Leopoldshöhe; Brandschutz: Peter Stanek, Berlin; Prüfer: Ingenieurbüro H. Preiss, Berlin; Bauphysik: Müller-BBM GmbH, Berlin; Prüfer: Dr. Zauft Ingenieurgesellschaft für Bauwesen mbH, Berlin; Blower-Door-Test: Jendrosch Anlagen- und Gebäudeanalysen, Mommenheim; Fassadenplanung: facade-lab GmbH, Großbeeren; B-Plan / Freianlagen: fpb,  Berlin; Werbeanlagen: Lichtwerbung Greiner jun. GmbH, Pfreimd; Lichtplanung: Studio Dinnebier, Berlin; Verkehrsplanung: LK Argus Verkehrsplanung, Berlin; Verkehrsplanung: GRI Gesellschaft für Gesamtverkehrsplanung – Regionalisierung und Infrastrukturplanung mbH, Berlin; Vermessung: Vermessungsbüro Dipl.-Ing. Knut Seibt, Berlin; SiGeKo: Michael Liebler, Sommerkahl-Vormwald; Akustik: ALB Akustik Labor, Berlin; Sprinkleranlage/ Hydrantenanlage: Ingenierbüro H.-P. Suerken, Papenburg; Bodengutachter: IBG Ingenieurbüro für Geotechnik, Worms; Schmutzwasserplanung: Müller-Kalckreuch Planungsgesellschaft mbH, Berlin

Fotos
Stefan Müller