Zurück
Büro

Oberlandesgericht

Stuttgart

Neubau eines Prozessgebäudes für das Oberlandesgericht Stuttgart - Stammheim

Das neue Sitzungsgebäude liegt an einem besonderen Ort der deutschen Geschichte, dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim. In direkter Nachbarschaft befindet sich das in den 70er Jahren speziell für die RAF-Prozesse provisorisch errichtete Mehrzweckgebäude. Der Neubau, der sich durch hohe Sicherheitsstandards auszeichnet, ersetzt das den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechende Bestandsgebäude. Dank zweier Sitzungssäle können unabhängig voneinander besonders sicherheitsintensive Gerichtsverfahren jetzt parallel verhandelt werden.
Oberlandesgericht Stuttgart - Großer Sitzungssaal, Blick von der Richterbank, Foto: Stefan Müller
Oberlandesgericht Stuttgart - Kleiner Sitzungssaal, Foto: Stefan Müller
Die Wegeführung durch das Gebäude sowie die Raumanordnung sind durch die komplexen Anforderungen des Prozessablaufes und die Sicherheitsvorgaben geprägt. Im Anschluss an einen Kontrollbereich gelangen die Besucher in den Sitzungssälen vorgelagerte, hohe Foyers, die durch großzügige Fensterflächen im Obergeschoss Tageslicht erhalten. Die beiden großvolumigen Prozesssäle sind trotz ihrer Lage im Inneren des Gebäudes mittels Oberlichtern in der Dachebene ebenfalls natürlich belichtet. Sie bilden das Zentrum des Gebäudes.
Oberlandesgericht Stuttgart - Foyer großer Sitzungssaal, Foto: Stefan Müller
Oberlandesgericht Stuttgart, Foto: Stefan Müller
Oberlandesgericht Stuttgart, Foto: Stefan Müller
Oberlandesgericht Stuttgart, Detail Südfassade mit Kunst am Bau, Foto: Stefan Müller
Die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen spiegeln sich in der Gestaltung der Fassaden wider, die sich in ein weitgehend geschlossenes, massiv ausgeführtes Erdgeschoss mit verputztem Mauerwerk und in ein aufgelöstes mit Fensterelementen strukturiertes Obergeschoss gliedern. Die Putzstruktur ist als Wellenputz mit heller, glattgezogener Oberfläche ausgebildet, die dem monolithisch anmutenden Baukörper eine textile Leichtigkeit verleiht. Der nach außen geschlossene Baukörper wird zu den geschützten Innenbereichen mittels großer Fensterfronten geöffnet. Zwei grüne Gartenhöfe schaffen eine wohltuende Aufenthaltsqualität und dienen der Belichtung aller sicherheitsrelevanten, nach innen orientierten Räume.
Realisierung
Kosten
29.000.000,- EUR
BGF
6.200 m²
NF
3.000 m²
BRI
29.000 m³
Leistungsphasen
2-8, 9 anteilig, Ausstattungsplanung
Objektadresse

Asperger Straße 47
70439 Stuttgart
Deutschland

Auftraggeber
Land Baden-Württemberg, vertreten durch Vermögen u. Bau Baden-Württemberg
Nutzer
Oberlandesgericht Stuttgart
Projektleitung
Ralph Habbel (Entwurf), Peter Baumgärtner (Ausführung)
Bauleitung
Christoph Bröke (PL), Astrid Kneib, Kerstin Wegener
Mitarbeiter Wettbewerb

Ralph Habbel

Mitarbeiter Planung

Jens Graul, Johannes Lott, Martin Prenn, Alexander Buchhofer, Andrea Huse, Cornelia Hensmann-Fritzsche, Gerrit Vetter, Günter Schwanz, Tobias Schmidt, Uwe Krüger 

Fachplaner

Statik: Mayer-Vorfelder und Dinkelacker Ingenieurgesellschaft für Bauwesen GmbH und Co KG., Sindelfingen; TGA: Paul+Gampe+Partner GmbH, Esslingen am Neckar; Örtliche Bauleitung: Wiesler Zwirlein Architekten, Stuttgart; Farbkonzept: Friederike Tebbe Studio Farbarchiv; Elektroplanung: Arbeitsgemeinschaft Günthner Ingenieure GmbH, Leinfelden-Echterdingen + Kienle Beratende Ingenieure GmbH, Ostrach; Bauphysik: Brüssau Bauphysik GmbH, Fellbach; Brandschutz: Sachverständigengesellschaft Dr. Portz mbH, Fellbach-Oeffingen; Landschaftsplanung: Vogt Landschaft GmbH, Berlin, Infrastrukturplanung: Rauschmaier Ingenieure GmbH, Bietigheim-Bissingen

Fotos
Stefan Müller, Oliver Rieger